Seminar

Menschen und Maschinen in Zeiten der Digitalisierung

(Veranstaltung im Rahmen des Hattinger Mediensommers)

Für alle, die arbeiten, ist das Verhältnis zur Maschine als dem zentralen Produktionsmittel der Moderne von größter Bedeutung, oft lebensbestimmend. In unserer Zeit wird es seit den Rationalisierungswellen der 1970er und 1980er durch den Computer geprägt. Das heißt genauer durch immer neue Maschinisierungen von Kopfarbeit. Die tiefgreifende Transformation aller gesellschaftlichen Verhältnisse, nicht nur der Arbeit, wird derzeit mit Schlagworten belegt wie “Digitalisierung, Internet der Dinge, Industrie 4.0, Big Data, Digitale Revolution”. Sie sind meist nur plakativ und recht begriffslos für den politischen Alltag zu begreifen.
Wir wollen dem Geschehen auf den Zahn fühlen. Worum es nämlich geht ist die Ablösung der mechanischen Maschine durch die semiotische. Was tatsächlich seit drei Jahrzehnten stattfindet, ist die Algorithmische Revolution. Sie hat längst unseren Alltag erreicht und unser Denken ergriffen.
Wenn wir das begreifen wollen, was rings herum und mit uns geschieht, müssen wir einerseits einen Blick auf die Geschichte werfen und andererseits uns dagegen zur Wehr setzen, dass wir zu “Benutzern” degradiert werden.
Was ist Digitalisierung? Was geschieht da, warum ist es so ungeheuer wichtig, dass es bis in den Wahlkampf hinein eine Rolle spielt? Was macht die Digitalisierung mit uns allen, mit aller Arbeit, mit der Kultur? Was ist der Kern dieser umfassenden Revolution?
Wir wollen aus einem Blick auf die großen menschheitsgeschichtlichen Umwälzungen der agrari-schen, der industriellen und nun der algorithmischen Revolution verstehen, was unsere Zeit ist.
An diesen drei Revolutionen machen wir auch die praktische Arbeit fest, die wir in kleinen Gruppen durchführen wollen: Plakate sollen entstehen, die in Wort und Bild die drei Revolutionen kenn-zeich-nen.
Wir können das Ziel so zusammenfassen: Was machen wir mit den algorithmischen Werkzeugen? Was aber machen sie mit uns und aus uns?