Seminar

Das Selfie: Selbstdarstellung & Aspekt digitaler Kultur

(Veranstaltung im Rahmen des Hattinger Mediensommers)

Im Jahre 2012 besaßen 36% der Deutschen ein Smartphone. Vier Jahre später waren es 76%. Ein schier unglaublicher Zuwachs. Alle diese Menschen sind mit ihrem wahnwitzig mächtigen Gerät potenzielle Selbstportraitisten. Zwei Drittel der Frauen Australiens, sagt eine Statistik von 2013, machten Selfies von sich. Im Jahr 2015 soll jede junge Frau täglich eine Viertelstunde mit Selfies verbracht haben. Ca. 30% der Männer bearbeiten ihre digitalen Selbstbildnisse, bevor sie sie in einem “sozialen Netzwerk” zeigen. Solche mehr oder weniger überprüfbaren statistischen Aussagen lassen sich zu Hauf finden. Sie bedeuten eines: es ist extrem einfach und riesig beliebt geworden, sich selbst allein oder in Gruppen zu fotografieren, die Bilder evtl. digital zu verändern und in einem der technischen Netzwerke zu veröffentlichen.
Selfies stellen ein breites kulturelles Phänomen dar. Sind sie über den Spaß hinaus von politischer Bedeutung? Welche kulturellen Wirkungen erzeugen sie, welcher kulturelle Zustand führt zu einer solchen Bewegung? Gibt es andere ähnlicher Art? Was ist aus Pokemon geworden? Wir können die Frage des Seminars so zusammenfassen: Sind Smartphone und Selfie ein konzentrierter Ausdruck der digitalen Welt, der digitalen Kultur? Und was zeigt sich in ihnen?