Seminar

Einkommens- und Vermögensungleichheit - Was man dagegen tun kann

Die Einkommens- und Vermögensungleichheit hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Ihr gegenwärtiges Ausmaß ist mit demokratischen Fairness- und Gerechtigkeitserwartungen nur schwer vereinbar. Insofern überrascht es nicht, dass die geweitete Kluft zwischen oben und unten spätestens seit der Finanzkrise 2008 mit Wucht ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen und Feuilleton-Debatten handeln davon. Und während einer breiten Bevölkerung in Deutschland, Europa und den USA die Einkommens- und Vermögensungleichheit inzwischen als “größte Bedrohung der Welt” gilt, erklären Staatenlenker und internationale Organisationen – u.a. der Internationale Währungsfonds und das Davos-Wirtschaftsforum – die Ungleichheit zur epochalen Aufgabe.

Die meisten Sozialwissenschaftler*innen sind sich einig, dass wachsende sozialökonomische Ungleichheit die sozialen Probleme einer Gesellschaft steigert, sich in politische Ungleichheit und teilweise Exklusion übersetzt und den gegenwärtig vielerorts beobachtbaren Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen befeuert. Doch so sehr man um die desaströsen Folgen der beispiellosen Konzentration der Einkommens- und Vermögensverteilung in unseren Tagen weiß, so unterentwickelt erscheint die politische Debatte und das politische Wollen in Bezug auf die Frage, was sich dagegen unternehmen lässt. Hierauf soll der inhaltliche Schwerpunkt der Tagung liegen.