GB sagt Goodbye zur EU

Der Brexit trifft die EU in der schwächsten Phase ihrer Geschichte. Folgen nun bloße Durchhalteparolen von ihren RepräsentantInnen? Werden andere, die mit Austritts-Referenden bereits in den Startlöchern sitzen, dafür sorgen, dass die EU weiter bröckelt? Oder ist der Austritt Großbritanniens der Startpunkt für eine politische Dynamik, die dem europäischen Projekt neues Leben einhaucht?

Dass der Brexit wirtschaftliche Folgen haben wird, und zwar zuallererst für Großbritannien, ist kaum von der Hand zu weisen. Aber auch die politischen Folgen dürften massiv sein. Im eigenen Interesse wird die EU jetzt auf einen schnellen und für Großbritannien nachteiligen Austritt drängen. Eine wohlwollende Behandlung, die dem Inselstaat alle Vorteile in den Handelsbeziehungen auch ohne Unionsmitgliedschaft belässt, würde nur Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner leiten. Die haben nun ohnehin genug Oberwasser. Um dem Einhalt zu gebieten, braucht das europäische Projekt einen neuen Anlauf in Richtung einer stärker demokratisch ausgestalteten Gemeinschaft, die ihren auf "Marktfreiheit" und "Wettbewerbsfähigkeit" ausgerichteten Tunnelblick weitet und Wohlstand und wachsende Chancen für alle BürgerInnen zu ihrem zentralen Anliegen macht.

Wir werden wie bisher die Entwicklungen in Europa in einer Reihe unserer Seminare begleiten. Ausdrücklich hingewiesen sei auf das Wochenseminar mit einer zweitägigen Exkursion nach Brüssel, das im März kommenden Jahres stattfindet (EUR, 05.-10.03.2017).

(27.06.2016 - MK)