„Wenn hinten weit in der Türkei ...

(HS) ... die Völker aufeinander schlagen". - Diese vor bald 200 Jahren in Goethes „Faust" niedergelegten Gedanken über die Situation fernab der deutschen Gefilde charakterisieren die aktuelle Situation in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wohl mehr denn je. Aber während fast überall dort „Demokratie" und „wirtschaftliche Entwicklung" bis heute Fremdwörter geblieben sind, korrupte Regime ihre Macht gewaltsam verteidigen und radikale Islamisten die Errichtung eines Gottesstaats anstreben, stellt sich die Szenerie in der Türkei selbst ziemlich anders da: Zwar schwelt der Kurdenkonflikt weiter und es gibt ...
... vielfältige von Nationalisten und Militärs geschürte politische Spannungen bis hin zu Putschdrohungen. Aber die Panikmache der alten kemalistischen Elite, die islamisch-konservative Partei AKP von Ministerpräsident Erdogan verfolge eine "heimliche Agenda" zur Re-Islamisierung des weltlichen Staates, hat bei den türkischen Wähler/innen nicht verfangen. Nach dem eindeutigen Sieg der AKP bei den Parlamentswahlen im Juli d.J. und nach der einige Wochen später erfolgten Kür des früheren Außenministers Gül zum Staatspräsidenten, müssen die Vertreter des alten Regimes in Staatsapparat und Militär jetzt wohl nicht nur eine Kopftuchträgerin als Präsidentengattin hinnehmen, sondern auch die weitere Annäherung der Türkei an die Europäische Union.
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