Machtpoker in Russland

Putin ist dabei, die Macht an sich selbst zu übergeben. Er kündigte an, bei der Duma-Wahl am 2. Dezember die Liste der Kremlpartei „Einiges Russland“ anführen zu wollen. Putin, der ja kein drittes Mal Präsident werden kann, wäre damit der nahezu unangefochtene Anwärter auf das Amt des Ministerpräsidenten…
... Noch vor der Wahl des russischen Staatspräsidenten im März 2008 würde das die Gewichte innerhalb Russland erheblich verschieben. Wer mehr zu den Hintergründen dieses Machtpokers wissen will, kann im Dezember an einem Russland-Seminar teilnehmen. Hier erwartet sie oder ihn eine Analyse der Entwicklungen in Putins Russland. Gezeigt werden kann, dass in den letzten Jahren die Stärkung staatlicher Strukturen mit dem Abbau demokratischer Mitbestimmungsmöglichkeiten und einer wieder belebten nationalistischen Rhetorik einhergingen. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre beruht wesentlich auf dem hohen Rohöl- und Erdgaspreis, was die Lösung struktureller Probleme der energie- und rohstofflastigen russischen Wirtschaft eher blockiert. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt nach wie vor in prekären Verhältnissen oder in Armut. Und nicht zuletzt in den Beziehungen zur EU sind deutliche Bruchlinien erkennbar geworden: Erweist sich Putins Russland als strategischer Partner oder undemokratischer Klotz am Bein Europas?
