Von wegen Stillleben auf der A40

Das Stillleben auf der A40 war mit 3 Mio. Besuchern das größte Spektakel im Ruhrgebiet und einer der Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres. Für einen Tag wurde die Hauptschlagader des Ruhrpotts, die A40 für Autos gesperrt und für Fahrräder, Inline-Skates und Fußgänger geöffnet. Die Organisatoren haben das Volksfest Stillleben genannt, dennoch haben die Aktionen den täglichen Autolärm bei weitem übertroffen.
Auf 60 km wurden 20.000 Tische aufgestellt. Jeder der mochte konnte einen der Tische mieten und dort ein Stück seiner Alltagskultur präsentieren. Von Geburtstagsfeiern und der Vorstellung von Initiativen und Vereinen bis hin zu Kunst-, Musik und Sportaktionen war alles dabei. Auch das Forum Politische Bildung hatte sich einen Tisch gesichert und zwar auf der Höhe Auffahrt Bochum Zentrum. An unserem Tisch ist ein Offline-Netzwerk entstanden. Dabei haben wir viele unserer Tischbesucher gefragt, ob sie uns verraten, wo sie wohnen. Anschließend haben wir die Personen auf einer Landkarte verortet. Wir wollten herausfinden, wie leichtfertig die Bürger ihre Adresse herausgeben. Der versprochene Mehrwert lag darin zu prüfen, ob man den ein oder anderen kannte, der sich bei uns registriert hat. Wir stellten fest, dass die meisten nicht einfach ihre Daten herausrücken. Viele fragten, was im Anschluss mit den Adressen passiere und wollten von uns keine weiteren Benachrichtigungen erhalten. Offensichtlich haben die Datenschutzskandale der letzten Jahre viele Bürger sensibler und wachsamer gemacht. Insgesamt haben wir 50 USB-Sticks verlost. Die Gewinner werden wir in den kommenden Tagen per Post beglücken. Darüber hinaus haben wir aber auch eine Reihe an Eindrücken gesammelt:
